Quelle: Von Holger Benecke ALTMARKZEITUNG Altmarkkreis Salzwedel. „Auch die Inklusion ist gescheitert“, nahm CDU-Landtagsabgeordneter Carsten Borchert, der bis vor zwei Jahren selbst noch Grundschulleiter in Beetzendorf war und nun im Landes-Bildungsausschuss sitzt, kein Blatt vor den Mund.

In den nächsten Jahren werden immer mehr Pädagogen in Rente gehen. @shutterstock06

Borchert beklagte am Mittwoch, dass zu der Sitzung des Kreiselternrates mit Pädagogen und Eltern keine Politiker eingeladen worden waren. Er selbst habe alle anderen Termine abgesagt, um an diesem Abend dabei zu sein. Denn das Thema Lehrermangel brenne immer mehr unter den Nägeln. „Sie müssen die Politiker aller Fraktionen ansprechen, nicht nur die Verwaltung“, zielte Borchert auf ein Ergebnisprotokoll der Veranstaltung ab, das der Elternrat an das Schulamt schicken will. Borchert: „Sie müssen uns mit konkreten Hinweisen und Ideen helfen, dann können wir uns für Sie starkmachen. “.

Der Landtagsabgeordnete sieht das Problem erst noch kommen, wenn die Pädagogen der geburtenstarken Jahrgänge demnächst reihenweise in den Ruhestand gehen.

Zudem wandte er sich gegen die zuvor angesprochenen Grauköpfe in den Lehrerzimmern und stellte sich vor die Ü50-Lehrer: „Wenn die Grauen nicht so arbeiten würden, wie sie es einmal gelernt haben, wären viele Schulen schon zusammengebrochen“, konstatierte Borchert.

Der Politiker sieht eine weitere Lösung darin, die Horte wieder an die Grundschulen anzugliedern, um die Betreuung der Schüler personell besser abzusichern. Denn: „Wir werden so schnell nicht so viele Schulsozialarbeiter bekommen“, ging Borchert auf die Forderung ein, an jeder Schule solch eine Stelle zu etablieren.

Mit Lehrermangel, einem hohen Anteil an Migranten und Kindern, die eigentlich an Förderschulen gehören, aber erst nach der 3. Klasse dürfen, sieht Borchert nicht nur die Inklusion als gescheitert, sondern auch den immensen Druck, der auf den Pädagogen lastet. „Die Eltern haben die Macht, nicht die Schulleiter“, riet Borchert dazu, Politiker und Ämter mit Schreiben zu überschwemmen, um Veränderungen zu erreichen. Dabei bat er, die Probleme aufzuzeigen, aber sachlich zu bleiben.

Er selbst werde von dem Abend viel mitnehmen, versprach der Landespolitiker. Der Kreiselternrat will sich nun auch an die Fraktionen im sachsen-anhaltinischen Landtag wenden.

Von Holger Benecke ALTMARKZEITUNG