Jübarer Feuerwehr beging 90-jähriges Bestehen mit Festkommers und Frühschoppen unter den Eichen

Ihr 90-jähriges Bestehen feierte die Jübarer Feuerwehr mit vielen Gästen. Darunter war auch ein überraschender Besucher.

Die Rohrberger Wehr führte den Festbesuchern eindrucksvoll vor, wie verletzte Personen aus einem verunfallten Fahrzeug gerettet werden. Dabei kamen Schere und Spreizer zum Einsatz. Fotos: Walter Mogk VOLKSSTIMME

 

Jübar l Das Beste kommt ja meistens zum Schluss und so konnte Jübars Bürgermeister Carsten Borchert zum Feuerwehrgeburtstag am späten Sonntagnachmittag noch mit einem Überraschungsgast aufwarten. Ministerpräsident Reiner Haseloff, der zusammen mit Ehefrau Gabriele bei der Präsentation der Arbeit der Heimatstipendiatin Rebekka Rauschhardt im Diesdorfer Museum dabei war, schaute kurz im Nachbarort vorbei, um der Jübarer Wehr zu ihrem 90-jährigen Bestehen zu gratulieren. Und natürlich durfte auch ein Abstecher zu den bald zweijährigen Jübarer Drillingen Aileen Giulia, Ludwig Gregor und Oskar Nikolas Zimmer nicht fehlen, für die der Landesvater bekanntlich die Patenschaft übernommen hat.

Begonnen hatte das Feuerwehrfest mit einem Festkommers im großen Zelt unter den Jübarer Eichen. Wehrleiter Ringo Büst ließ die Geschichte der schnellen Truppe Revue passieren, die am 26. Februar 1928 gegründet wurde. Erste Wehrleiter waren Otto Helig, Gustav Lehmann und August Bornhuse. Der Zweite Weltkrieg dezimierte die Feuerwehr bis auf elf Mitglieder. Doch schon bald bildete sich eine FDJ-Löschgruppe. In der Folgezeit erhielten die Brandbekämpfer nicht nur großen Zulauf, sondern auch moderne Technik. 1980 waren 100 Mitglieder in der Wehr aktiv. Und auch wenn diese Rekordzahlen heute nicht mehr erreicht werden, gehört die Jübarer Wehr nach wie vor zu den stärksten in der Verbandsgemeinde. Mit dem 2015 angeschafften Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug und dem Rettungssatz für technische Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen ist sie auch gut ausgerüstet.

Als Überraschungsgäste konnten Wehrchef Ringo Büst (3. von links), Vize Marcel Plicket (rechts) und Ortschef Carsten Borchert Ministerpräsident Reiner Haseloff mit Frau Gabriele begrüßen. Foto: privat

Ringo Büst sprach sich dafür aus, das Miteinander in der Gesellschaft stärker zu pflegen. Neid und Missgunst dürften keinen Platz haben, erst recht nicht in der Feuerwehr. Extra zum 90-Jährigen hatte sich der Wehrchef auch die Ehrungen und Beförderungen aufgehoben, die sonst während der Jahreshauptversammlung fällig sind. Er selbst durfte sich die Schulterstücke des Oberbrandmeisters an seine Uniform heften.

Den Dank der Verbandsgemeinde (VG) an die Jübarer Kameraden und ihre Angehörigen überbrachten VG-Bürgermeister Michael Olms und der Vize- VG-Wehrleiter Ronny Runge. Aber auch Abordnungen der benachbarten Feuerwehren und der Jübarer Vereine gratulierten.

Nach dem offiziellen Teil war Feiern angesagt. Die Hörsinger Blaskapelle spielte zum Frühschoppen im gut gefüllten Festzelt auf. Auch der Chor der Jübarer Grundschule brachte der Feuerwehr ein Ständchen. Draußen fuhr die Feldküche mit leckerer Erbsensuppe vor, während die Kinder die große Hüpfburg stürmten.

Einen kleinen Einblick in die Aufgaben der Feuerwehr erhielten die Festbesucher bei der Schauvorführung, zu der Rohrberger Wehrmitglieder angereist waren. Sie zeigten anschaulich, wie zwei verletzte und in einem Fahrzeug eingeklemmte Unfallopfer mit schwerem Rettungsgerät, wie es auch die Jübarer Wehr auf den Fahrzeugen hat, befreit werden. Ringo Büst kommentierte die Schritte der Einsatzkräfte und gab den interessierten Beobachtern auch gleich einen guten Tipp: „Wer das selbst einmal ausprobieren möchte, kann gern zu uns in die Feuerwehr kommen. Wir freuen uns immer über Verstärkung und haben noch niemanden weggeschickt.“

Der Feuerwehr-Geburtstag war Teil eines gemeinsamen Festwochenendes mit der Jübarer Schule, die am Vortag das 50-jährige Bestehen des Schulgebäudes an der Salzwedeler Straße feierte (wir berichteten gestern). Mit dem Ablauf und dem Besucherinteresse unter den Eichen und auf dem benachbarten Schulhof konnten die Organisatoren dabei durchaus zufrieden sein.