Jübar – Bei Silke Renk ist nicht ganz klar, welcher Titel ihr wichtiger ist, der der Olympiasiegerin oder ihre neue Funktion als Präsidentin des Landessportbundes (LSB) Sachsen-Anhalt. Silke Renk, die nach ihrer Hochzeit Renk-Lange heißt, war zu ihrer aktiven Zeit eine erfolgreiche Leichtathletin von internationalem Rang. Sie wurde 1992 in Barcelona Olympiasiegerin im Speerwurf. Die heute 53-jährige Querfurterin (Hallescher FC) startete bereits für die DDR bei den Olympischen Spielen 1988 und bei den Europameisterschaften 1990.

„Dein Besuch hier im Sportlerheim und in der Halle des FC Jübar-Bornsen ist für uns eine ganz besondere Wertschätzung“, würdigte Jübars Bürgermeister und CDU-Landtagsabgeordneter Carsten Borchert die Stippvisite der Spitze des Landessportbundes mit Präsidentin Silke Renk zum Arbeitsfrühstück im Ort. Mit dabei waren unter anderem auch der Zweite Vereinsvorsitzende des FC Jübar-Bornsen, Andreas Meyer, sowie Lutz Franke (Vorsitzender) und Andreas Lenz (Geschäftsführer) des Kreissportbundes (KSB).

Silke Renk war mit ihrem Vize Dirk Meyer nach Jübar gereist, wo Carsten Borchert die Gelegenheit nutzte, den heimischen Verein vorzustellen. Hier wurde laut dem Ortschef deutlich, was auf den kleinen Dörfern in Sachen Sport geleistet wird: Turnhalle, Schießstand, Tennisplätze, Fußballplatz und das bereits Anfang der 1960er Jahre gebaute Jübarer Sportlerheim sind ein Beleg für das Engagement vor Ort. „Ohne viel Bürokratie entstand vor 20 Jahren die Halle für aus heutiger Sicht unglaubliche 1,8 Millionen DM“, erinnerte sich Borchert. „Wir wissen das sehr zu schätzen“, bemerkte Andreas Meyer.

LSB-Präsidentin und Speerwurf-Olympiasiegerin Silke Renk (v.r.) wird von Carsten Borchert (2.v.r.) durch die sportlichen Einrichtungen geführt. Mit dabei waren auch Vertreter des Kreissportbundes und des örtlichen Sportvereins.

100 Jahre Fußball gibt es in Jübar zu feiern und der FC Jübar-Bornsen ist mittlerweile 70 Jahre alt. Wegen Corona müssen allerdings die Feierlichkeiten auf das Jahr 2021 verschoben werden. Im Alter von vier bis 90 Jahren wird in der Region Sport betrieben. Derzeit hat der Verein 267 Mitglieder. Auf dem Fußball beruht das Hauptaugenmerk. Drei Mannschaften sind hier auf Landesebene unterwegs. Dazu kommen unter anderem Frauensport, Tennis, Floorball, Tischtennis und vieles mehr.

Präsidentin des Landessportbundes (LSB) Sachsen-Anhalt Silke Renk.

Laut Andreas Meyer ist demnächst vorgesehen, den Vereinsvorstand von 15 auf acht Mitglieder zu verschlanken. Ein besonderes Problem wurde an die LSB-Präsidentin und ihren Vize Dirk Meyer herangetragen: 17-Jährige sollen wegen Kader- und Nachwuchsproblemen grundsätzlich im Fußball-Männerbereich spielen dürfen. „Wenn das bei der Bundesliga oder der Champions League mit 16-Jährigen geht, warum dann nicht auch hier an der Basis“, argumentierte Borchert. Silke Renk stimmte dem zu: „Wir wollen weg von dem Argument ,das haben wir schon immer so gemacht‘. Was die Kader angeht, so haben wir leider nicht so viele Helden, wie wir gerne hätten“, betonte die neue Präsidentin.

Lutz Franke pflichtete ihr bei und betonte das große strukturelle Plus des KSB mit derzeit 153 Vereinen. Corona zeige derzeit die Reibungspunkte auf, dennoch sei Sport in kleinen Gruppen zu fünf Personen besser, als gleich grundsätzlich alles dicht zu machen, hieß es. „Dennoch wird es schwer, von Null gleich in den Wettkampfmodus überzugehen“, mahnte Renk.

VON KAI ZUBER Altmarkzeitung