In ‪‎Dresden‬ kamen am 3. und 4. Mai zu einer zweitägigen Tagung die Sportpolitischer Sprecher der ‪‎CDU‬/‪CSU‬-Landtagsfraktionen zusammen. Mit dabei war der sportpolitische Sprecher der CDU Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt Carsten Borchert. Im Interesse stand vor allem die Organisation von Sportschulen und der Sportwisschenschaften im Freistaat ‪‎Sachsen‬ – und wie sich Schule und Förderung des Spitzensports Sport Dresdenmiteinander verbinden lassen. Dazu haben Leiter sächsischer Sportschulen ihre Konzepte vorstellen.

Die Experten der Union wollen eine bessere Unterstützung von Nachwuchstalenten erreichen. Denn diese müssen eine Mehrbelastung durch Leistungssport und  Schule bewältigen.

In ihrer „Dresdner Erklärung“ sprechen sich die Sportpolitiker der Unionsfraktionen für Sportschulen auf allen Bildungsebenen aus. „Sportschulen und ihre Zusammenarbeit mit Verbänden und Olympiastützpunkten sind wesentlicher Bestandteil einer systematischen Nachwuchsförderung“, erklärt Carsten Borchert, der sportpolitische Sprecher der sachsen-anhaltischen CDU-Fraktion. Und bezugnehmend auf die frühe Förderung und Talentfindung meinte er: „Wir sind da in Sachsen-Anhalt in den letzten Jahren ein gutes Stück vorangekommen. Den Vergleich mit anderen Bundesländern brauchen wir nicht scheuen. Im Gegenteil, gerade bei der frühen Förderung, der Talentsichtung in den Schulen und in der Vereinbarkeit von schulischer Ausbildung und (Leistungs-)Sport haben wir in Sachsen-Anhalt in den letzten Jahren zusammen mit dem Landessportbund viele neue Akzente gesetzt.“ Das Ziel ist die Vereinbarkeit von Leistungssport und Bildung. Carsten Borchert: „Es geht dabei um die bestmögliche Entwicklung der Kinder in sportlicher und schulischer, aber auch in sozialer und persönlicher Hinsicht.“

Die sportpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktionen fordern bundesweit einheitliche Kriterien für die Aufnahme an Sportschulen. „Das dient der Vergleichbarkeit und Bildungsgerechtigkeit“, sagt Borchert.

Sport Dresden 1

(Fotos: © CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages, Pascal Ziehm, 2016)

Sportpolitische Sprechertagung „Sportschulen und Sportwissenschaften im Freistaat Sachsen“ | Dresden, 3. bis 4. Mai 2016

DRESDNER ERKLÄRUNG

Präambel
Leistungs- und Spitzensport haben in Deutschland einen hohen Stellenwert. Deutsche Sportlerinnen und Sportler sind im internationalen sportlichen Wettbewerb immer auch Botschafter ihrer Nation.
Leistungssportlerinnen und Leistungssportler befinden sich in einem ständigen Spannungsfeld. Neben schulischen Anforderungen, täglichem Training, Trainingslagern und Wettkampfreisen bleibt
über einen längeren Zeitraum vergleichsweise wenig Zeit für die Kontaktpflege mit Freunden außerhalb des Sports und der Familie. Daher ist es unser Anliegen, die Nachwuchssportlerinnen und –
sportler bei der Bewältigung dieser Mehrfachbelastung von Leistungssport und Schule zu unterstützen, sodass sie sportlich erfolgreich sein und gleichzeitig die angestrebten Bildungsabschlüsse
erreichen können. Hier bedarf es einer systematischen Zusammenarbeit von Vereinen, Sportfachverbänden, Olympiastützpunkten und den Trägern der Bildungseinrichtungen.

Vereinbarkeit von Leistungssport und Schule

Um die Bedingungen zur Vereinbarkeit von schulischer Ausbildung und (Leistungs-)Sport zu verbessern, unterstützen wir das Konzept der Sportbetonten Schule auf allen Bildungsebenen.
Sportschulen und ihre Zusammenarbeit mit Verbänden und Olympiastützpunkten sind wesentlicher Bestandteil einer systematischen Nachwuchsförderung. Dazu ist eine gute Zusammenarbeit zwischen
Sportpolitik, Bildungspolitik und den Partnern des Gesundheitsmanagements notwendig.

Verbund und Kooperation bereits von Beginn an

Der Verbund von Sport und Schulsystem soll bereits im Kindergarten und/oder der Grundschule ansetzen, da schon die Kleinsten sich gern bewegen und eine hohe Affinität zum Sport zeigen. Dies
wollen wir unterstützen, damit die Bildungspläne in den Kindertagesstätten auch umgesetzt werden und so Sport bereits in dieser frühen Bildungsphase als fester Bestandteil zum Tragen kommt.
Dieser Verbund soll sich über die Grundschule und weiterführenden Schulen, zum Beispiel Oberschule oder Gymnasium fortsetzen.
Ziel ist eine Kooperation von Leistungssport und Schule, die die bestmögliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen in sportlicher und schulischer, aber auch in sozialer und persönlicher Hinsicht
sicherstellt. Dabei gilt es der enormen zusätzlichen Belastung leistungsorientierter Sportlerinnen und Sportler mit geeigneten Programmen unterstützend entgegenzuwirken.
Mit einem verpflichtenden motorischen Leistungstest im dritten Schuljahr soll der Entwicklungsstand der Schüler aller Bundesländer vergleichbar gemacht werden. Mögliche Talente sollen so schon
frühzeitig entdeckt und für den Weg in den Sportverein besonders motiviert und zu unterstützt werden.

Weitere Ziele:
  • Vereinbarkeit von Sport und Bildung auf allen Ebenen
    Unser Ziel ist es, die Vereinbarkeit von Leistungssport und Ausbildung in allen Bereichen zu ermöglichen. Dies beginnt im Kindergarten, setzt sich über die Grundschule fort, wird in der Sekundarstufe II weitergeführt und soll idealerweise auch in der Berufsausbildung oder nach Aufnahme eines Studiums möglich sein. Die bereits bestehenden Konzepte von dualer (Berufs-) Ausbildung und/oder Studium neben dem Sport sollen weiter unterstützt und ausgebaut werden. Die Möglichkeit des erleichterten Studienzugangs über die Anpassung der Zulassungsbeschränkung für Leistungssportler mit Kaderstatus ist einzuführen.
  • Räumliche Bündelung von Sport, Schule, Betreuungs- und Wohnbereich Um die Schwerpunkte Sport, Schule, Freizeit und Wohnen besser zu konzentrieren und lange Wege zu vermeiden, sollten sich die Trainings- und Schuleinrichtungen sowie die Internate und Wohnbereiche in räumlicher Nähe befinden. Unterbringungsmöglichkeiten oder Internate sollten den Sportschulen angegliedert sein.
  • Koordination von sportlichen und schulischen Anforderungen
    Sport und Schule stellen aufgrund der zeitlichen Belastung durch Training und Teilnahme anWettkämpfen hohe Anforderungen an die jungen Sportlerinnen und Sportler. Trainings-, Wettkampf- und Stundenpläne müssen daher optimal aufeinander abgestimmt werden. Zur Entlastung der Sportschülerinnen und Sportschüler soll die Verweildauer in der Sekundarstufe I und II durch die Möglichkeit einer Dehnung der Schulzeit flexibilisiert werden. Die schulrechtlichen Vorgaben der Länder sind gegebenenfalls entsprechend anzupassen. Hochbelasteten Sportschülerinnen und Sportschülern, die sich im Abschluss- und Prüfungsjahr der Sekundarstufe I oder der Sekundarstufe II befinden, sollen auf der Grundlage der schulrechtlichen Rahmenbedingungen der Länder individuelle Unterstützungsmöglichkeiten gewährt werden. Bildungsbiografien schulpflichtiger Sportlerinnen und Sportler müssen nach Beendigung der Leistungssportkarriere zum Beispiel dank Rückkehroption in Regelklassen unmittelbar fortgesetzt werden können.
  • Einheitliche Kriterien für Schülerinnen und Schüler von Sportschulen
    Es sollen bundeseinheitliche sportartspezifische Aufnahme- und Verbleibekriterien für Sportschulen angestrebt werden, um Vergleichbarkeit und Bildungsgerechtigkeit zu erreichen.Die Kriterien des Vereins-, Verbands-, Schul- und Ortswechsels sind unter den Bundesländern zu harmonisieren.
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