Ein Schandfleck verschwindet. Nch offen ist, wie das Gelände künftig genutzt wird. Fotorechte bei: ©zu ALTMARKZEITUNG

 

©zu ALTMARKZEITUNG Nettgau / Jübar. Seit Tagen tut sich etwas Bedeutendes im kleinen und beschaulichen Jübarer Ortsteil unweit der Landesgrenze zu Niedersachsen: Die alte und marode Grenzer-Kaserne aus DDR-Zeiten in Nettgau fällt Stück für Stück der Abrissbirne zum Opfer.

Bürgermeister Carsten Borchert freut sich über die Beseitigung des Schandfleckes: „Es werden immerhin hässliche Altlasten beseitigt und das ist für eine Gemeinde stets eine gute Nachricht“, so der Ortschef auf Anfrage der AZ.

Mit den Eigentümern der privaten Flächen hatte Borchert umgehend das Gespräch gesucht. Erstes Fazit: Wie die weiträumigen Abriss-Flächen künftig genutzt werden sollen, ist derzeit noch offen. „Der Verwendungszweck ist also noch nicht ganz klar. In mir ist aber spontan der Gedanke geboren, dass das dahinter liegende Nettgauer Baugebiet erweitert werden könnte“, so der Ortschef.

Voraussetzung für dieses Projekt sei jedoch, dass sich alle einig sind und das Thema im Jübarer Gemeinderat detailliert erörtert werde, hieß es.

Einwohner Eberhard Liebe aus Nettgau dokumentiert nahezu täglich das Geschehen und stellt aktuelle Fotos auf die von ihm gestaltete Jübarer Gemeinde-Seite im Internet. „Für unseren Ort ist der Abriss der Kasernen natürlich derzeit das Top-Thema“, meint Liebe. Das Kasernen-Objekt in Randlage des Ortskerns besteht aus mehreren Abschnitten, die sich aus Wohnblöcken, Garagen und Nebenanlagen zusammen setzen.

„Von meinem jüngsten Gespräch mit den Eigentümern des Kasernen-Geländes in Nettgau sind positive Signale ausgegangen“, betont Bürgermeister Borchert.

Hintergrund: Bis zu ihrer Auflösung Ende September 1990 hatten die DDR-Grenztruppen den Status einer Teilstreitkraft. Hunderte Objekte wurden nach der Wende privatisiert. Die meisten davon sind heute unansehnlich, ungenutzt und verfallen. „Das ist jetzt in Nettgau der erste Kasernen-Schandfleck, der abgerissen wird. Vielleicht gelingt es uns auch bald, das Objekt in Hanum los zu werden“, meinte Carsten Borchert.