Carsten Borchert fordert längere Fördermittelbindefrist

Die Fronten zwischen Betriebsrat und der Fricopan-Unternehmensleitung verhärten sich vor der nächsten Verhandlungsrunde am kommenden Montag. Die Landtagsabgeordneten der westlichen Altmark fordern übereinstimmend eine Veränderung der Fördermittelrichtlinien.

Salzwedel/Immekath l Am Sonntag und am Montag soll im Fricopan-Werk in Immekath die Produktion stillstehen. Der Betriebsrat plant daher am Montagmorgen eine Aktion vor den Werkstoren als Empfang der Verhandlungsdelegation des Unternehmens.

10 Jahre Bindefrist

Einig sind sich die Landtagsabgeordneten der westlichen Altmark dahingehend, dass die Förderrichtlinien für Unternehmensansiedlungen verändert werden müssen. Mit den Vorschlägen zur Weiterentwicklung der Richtlinie werde man sich im Wirtschaftsausschuss des Landtages beschäftigen.

Carsten Borchert (CDU) und andere Mitglieder des Landtages aus der Altmark werden konkret, fordern eine Verlängerung der Bindefrist für die Landesgelder für zehn Jahre.

Augenmerk auf Glunz

Carsten Borchert spricht sich dafür aus, die Fördermittelrichtlinien auch länderübergreifend zu gestalten.

Aufgrund der Schließung von Fricopan nach Ablauf der Bindefrist für die Fördermittel beobachte er jetzt besonders aufmerksam die Entwicklung im Glunz-Werk in Nettgau, einem Ortsteil der Gemeinde Jübar, in der Borchert Bürgermeister ist. Dort sei die Bindefrist für Fördermittel noch nicht abgelaufen. Kürzlich hatten sich die Glunz-Mitarbeiter die Rückkehr des Unternehmens zur Tarifbindung erstreikt (die Volksstimme berichtete).

Am Dienstag, 21. Juni, ist aufgrund der Fricopan-Schließung eine weitere Gesprächsrunde in Klötze mit Vertretern des Wirtschaftsministeriums, des Fricopan-Betriebsrates, der Investitions- und Marketinggesellschaft sowie des Altmarkkreises und der Stadt Klötze geplant.

Vertreter von Fricopan oder des Mutterkonzerns Aryzta werden nicht teilnehmen, bestätigte Fricopan-Sprecher Günter Lindinger. Zum einen sei der Termin schon lange für ein Treffen mit der Konzernspitze vorgesehen. „Zum anderen erwarten wir von diesem Gespräch keine Lösungen. Die sehen wir in den Verhandlungen.“

Den Produktionsstopp von Sonntag, 6 Uhr, bis Dienstag, 6 Uhr, erklärt Günter Lindinger mit der Auftragslage. Bestimmte Frischeprodukte würden bei der aktuellen Wetterlage nicht im sonstigen Umfang abgesetzt.